an der Universität Augsburg

Seminar 8.-10.12. in Bad Kissingen

Im Rahmen des Seminars werden unter anderem Katharina Haberkorn, unsere Kollegin aus dem Europabüro, sowie Dr. Ortfried Kotzian, ehemaliger Geschäftsführer des Bukowina-Instituts, vortragen.

Einladung zum Seminar

Die Bukowina, eine wiederentdeckte Kulturlandschaft in der Mitte Europas

Von 8. Bis 10. Dezember 2017 in der Bildungs- und Begegnungsstätte „Der
Heiligenhof“ in Bad Kissingen (D).

In dieser Seminarreihe wird die Kultur und Geschichte von Regionen im
östlichen Europa aufgegriffen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei
auf der deutschen Kultur und Geschichte, immer verstanden als gemeinsame
Kultur- und Beziehungsgeschichte mit anderen sprachlichen, religiösen
und ethnischen Gemeinschaften.
Die Bukowina, das Buchenland, ist eine relativ kleine historische Region
(rund 10.000 km²) groß, die von 1776 bis 1918 zur Habsburgermonarchie
und in der Zwischenkriegszeit zu Rumänien gehörte. Im Zweiten Weltkrieg
wurde sie mehrfach besetzt und danach zwischen der Sowjetunion und
Rumänien geteilt. Heute gehören Teile zur Ukraine und Teile zu Rumänien.
Gegenwärtig kann die Nord- und Südbukowina ungezwungen bereist werden
und besitzt einen besonderen landschaftlichen Charme an den Ausläufern
der Karpaten, auch wenn in der Nachbarschaft – in der Ostukraine – ein
brutaler Krieg geführt wird. Es ist das Verdienst von Journalisten,
Wissenschaftlern, Essayisten oder Dokumentarfilmern, diese
Kulturlandschaft nach 1989 wiederentdeckt zu haben, die zwischenzeitlich
nur als Mythos vom außerordentlich toleranten und friedlichen
Zusammenleben der ethnischen und religiösen Gruppen bis in die
Zwischenkriegszeit sowie einer versunkenen Kultur- und
Literaturlandschaft überlebt hat. Die Provinzhauptstadt Czernowitz und
die Bukowina sind vor allem durch Paul Celan, Rose Ausländer und die
Buchenländer Dichterkreise der Zwischenkriegszeit zu herausragenden
Orten deutscher Literatur geworden. Die jüngeren Studien und
Publikationen über die ethnischen, religiösen, kulturellen Verhältnisse
der Bukowina sind kaum mehr zu überblicken.
Die Tagung soll zur Verbreitung und Vertiefung von Kenntnissen über die
deutsche Kulturgeschichte im östlichen Europa beigetragen. Sie wird von
der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

Es konnten folgende Referenten gewonnen werden: Prof. Heinz und Marianne
Acker, Heidelberg: Gregor von Rezzori – Maghrebinische Geschichten in
Wort, Bild und Ton; Dr. Meinolf Arens, München: Einführung in die
Geschichte Galiziens und der Bukowina unter besonderer Berücksichtigung
der kleineren Bevölkerungsgruppen (Szekler; Armenier, Lipovener…); Dr.
Ortfried Kotzian, Augsburg: Die Deutschen der Bukowina; PD Dr. Mariana
Hausleitner, Berlin: Die „rumänische“ Zeit in der Bukowina; Prof. Dr.
Hans-Jürgen Schrader, Genf: Czernowitzer Kindheitswelten. Gregor von
Rezzori: „Blumen im Schnee“ und Ilana Shmueli: „Ein Kind aus guter
Familie“; Katharina Haberkorn, Augsburg: RandSteine Europas. Materielle
Spuren einer verlorenen und/ oder wiederentdeckten Kulturlandschaft. Am
Samstagabend stellen der Tenor und Nachlassverwalter Alfred Fassbind,
Zürich, und Carsten Eichenberger, Stuttgart, den einst weltberühmten
Tenor, Synagogensänger und Filmschauspieler Joseph Schmidt aus der
Bukowina vor, der vor genau 75 Jahren als Flüchtling in der Schweiz
gestorben ist.

Die Tagung beginnt am Freitagabend mit dem gemeinsamen Abendessen und
ist am Sonntag nach dem Mittagessen zu Ende. Die Teilnahme kostet 60,00
Euro (ermäßigt für Studierende, Teilnehmer aus Ostmitteleuropa,
Bedürftige: 20,00 Euro) und ggf. EZ-Zuschlag 20,00 Euro, zuzüglich 3,50
Euro Kurtaxe, jeweils für den gesamten Zeitraum. Der Teilnahmebeitrag
beinhaltet Unterkunft, Verpflegung und Programmkosten. Bitte melden Sie
sich umgehend, spätestens bis zum

1. Dezember 2017, an.

Anmeldungen und Anfragen sind unter dem Stichwort: „Bukowina“ ab sofort
möglich: Der Heiligenhof/Akademie Mitteleuropa, Alte Euerdorfer Straße
1, 97688 Bad Kissingen, Fax: 0971/7147-47 oder per Mail an:
<mailto:hoertler@heiligenhof.de> hoertler@heiligenhof.de

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