an der Universität Augsburg

Tagung: Die Geschichte der Bukowina nach dem Visual Turn

Die Geschichte der Bukowina nach dem Visual Turn: Interdisziplinäre Tagung zum 30-jährigen Bestehen des Augsburger Bukowina-Instituts an der Universität Augsburg

Termin: 17.-19. Oktober 2019

Die Bilder der Bukowina sind oft innerliche, geprägt von den zahlreichen bedeutenden Literatinnen und Literaten, die die Region hervorgebracht haben. Während das literarische Schaffen Gegenstand vielfältiger Forschungen über die Region ist, sind die zahlreichen visuellen Narrative weniger beachtet worden. Deshalb möchte die geplante Tagung das ganze Spektrum an  Bildquellen in den Blick nehmen, um auszuloten, was eine Geschichtsschreibung der Bukowina nach dem Visual Turn zu unserem Verständnis der Region beitragen kann, die mehrfach ihre Zugehörigkeit ändern musste. Von 1775 bis 1918 zum Habsburger Imperium gehörend, nach 1918 Rumänien angegliedert, wurde die Region 1940 erstmals geteilt, was nach dem Zweiten Weltkrieg festgeschrieben wurde: Der südliche Teil verblieb in den Grenzen des rumänischen Staates, der nördliche wurde Teil der ukrainischen Sowjetrepublik und 1991 der unabhängigen Ukraine. In ihren jeweiligen Identitätsbildungs- und Legitimierungsstrategien griffen die wechselnden Machthaber in der Bukowina – wie anderswo auch – auf unterschiedliche Medien zurück. Zu nennen ist das ganze Spektrum nationaler und/oder staatlicher Symbole, von den Hoheitszeichen bis zur Architektur, die mit ihrer spezifischen Ästhetik zu Denk- und Deutungshorizonten beitrugen. Zu fragen ist nach den Brüchen in den staatlichen Repräsentationsstrategien, aber auch den Kontinuitäten über die Regimewechsel und ggf. die Grenzen hinweg. Gab es Unterschiede zwischen Stadt und Land? Und in welchem Verhältnis standen Entwicklungen in der Bukowina zu den Entwicklungen im Zentrum des jeweiligen Nationalstaates/ Imperiums?

In der Tagung soll das ganze Spektrum visueller Kultur aufgegriffen werden. Neben staatliche Repräsentationsstrategien interessieren auch „Schlagbilder“ im Verständnis Aby Warburgs, also Bilder, die eine besondere Bedeutung in der politischen Auseinandersetzung entwickeln konnten, ebenso wie private Bildquellen: So haben sich angesichts der Gewaltgeschichte der Bukowina, die Verfolgung und Ermordung vor allem der jüdischen Bevölkerung und die Umsiedlung von vielen anderen Gruppen bedeutete Familienalben als Kristallisationspunkt der privaten/ familiären Erinnerung an die Bukowina entwickelt. Die Visualität von Erfahrung und Gedächtnisformierung wird einer der Foki der Tagung sein.

Ziel der Tagung ist, visuelle Praktiken und Produktionen in ihrer zeitlichen und inhaltlichen Breite zu diskutieren. Neben Architektur, Staatssymbolik, Fotografie sollen auch Landkarten und Filme Berücksichtigung finden. Vergleichende Beiträge sind sehr willkommen, etwa zum benachbarten Galizien oder Bessarabien. Anlass ist das 30-jährige Bestehen des Augsburger Bukowina-Instituts.

Kurze Abstracts (2.000-3.000 Zeichen) Ihrer Vortragsvorschläge (20 Minuten) bitten wir bis zum 10. Januar 2019 als pdf an Maren Röger (maren.roeger@philhist.uni-augsburg.de) zu senden. Eine Rückmeldung erfolgt bis Ende Januar 2019. Fahrt- und Übernachtungskosten werden erstattet.

Tagungssprachen werden Deutsch und Englisch sein.

Hier finden Sie den Call for Papers als PDF.