an der Universität Augsburg

Das Bukowina-Institut an der Universität Augsburg

Das Bukowina-Institut an der Universität Augsburg ist ein An-Institut der Universität Augsburg und widmet sich der Erforschung und Vermittlung von Wissen über Kultur und Geschichte der historischen Region Bukowina und über Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa. Auf den nachfolgenden Seiten finden Sie Informationen zu aktuellen Veranstaltungen, Aufgaben, Zielen und einzelnen Institutsbereichen.


 

Was ist die Bukowina?

Die Bukowina ist eine historische Region im Osten Europas. Ihr nördlicher Teil mit der Hauptstadt Chernivtsi liegt heute in der Ukraine, ihr südlicher Teil mit der Hauptstadt Suceava gehört zu Rumänien. Von 1774 bis zum Ersten Weltrkrieg zählte die Bukowina zu den am stärksten multiethnisch geprägten Kronländern des Harbsburger Reiches. In Chernivtsi , damals Czernowitz, erschienen vor dem Ersten Weltrkrieg Zeitungen in sechs Sprachen und drei Schriften. Das brachte der Region unter Zeitgenossen den Beinahmen „Europa im Kleinen“ ein. Zwangsumsiedlung und Holocaust setzten dem im 20. Jahrhundert ein Ende. In Folge des Zweiten Weltkrieges wurde die Bukowina in ein damals sowjetisches und ein rumänisches Gebiet geteilt, die nach 1945 eine jeweils spezifische historische Entwicklung erfuhren und als Grenzregion heute Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa miteinander verbinden.


Weshalb hat Augburg ein Bukowina-Institut

Auch wenn Augsburg über 1.500 Kilometer von den beiden wichtigsten bukowinischen Städten Chernivtsi und Suceava trennen, sind die drei Städte – und vor allem die Regionen Schwaben und Bukowina – durch eine gemeinsame Geschichte und die Regionen durch eine lebendige Partnerschaft eng verbunden. Bereits 1955 übernahm der Bezirk Schwaben die Patenschaft über die Deutschen aus der Bukowina, die im Rahmen der Umsiedlungen im Zuge des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland, auch Schwaben gekommen waren.

1988 wurde auf Initiative des damaligen Bezirkstagspräsidenten Dr. Georg Simnacher das Bukowina-Institut gegründet, um die Kultur und die Geschichte der Bukowina – die von einer besonderen ethnischen und kulturellen Vielfalt geprägt war – zu erforschen, dokumentieren und bewahren. Seit 2003 ist das Bukowina-Institut ein An-Institut der Universität Augsburg. Es wird von einem Trägerverein unterhalten und vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration sowie vom Bezirk Schwaben finanziellunterstützt. Geleitet von einem fünfköpfigen Vorstand, dessen Vorsitz stets bei einem Professor odereiner Professorin der Universität liegt (seit 2012 Prof. Dr. Marita Krauss, Lehrstuhl für Europäische Re-gionalgeschichte sowie Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte), ist es Ziel des Institutes, über die Bukowina in ihren regionalen und transnationalen Bezügen zu forschen und zu lehren. Seit 2015 fungiert die Juniorprofessorin für „Transnationale Wechselbeziehungen. Deutschland und das östliche Europa“ Prof. Dr. Maren Röger als wissenschaftliche Koordinatorin des Bukowina-Instituts. Seit April 2017 leitet sie das Institut als wissenschaftlich und organisatorische Geschäftsführerin.

Von Anfang an war es dem Bukowina-Institut wichtig, das Wissen um das multiethnische Zusammenleben in der Bukowina für die Gesellschaft hier vor Ort fruchtbar zu machen. Nicht zuletzt durch die Zuwanderung der AussiedlerInnen und SpätaussiedlerInnen aus Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa und die anhaltende Migration im Zuge der EU-Freizügigkeit hat sich das Bukowina-Institut seitdem zu einer wichtigen Institution in der multiethnischen Gesellschaft entwickelt. Seit seiner Gründung verfolgt das Institut den Anspruch, Wissen über die Länder des östlichen Europas, die aufgrund des Kalten Krieges aus der Wahrnehmung der meisten BürgerInnen verschwanden, zu vermitteln und so zu einem gesamteuropäischen Miteinander beizutragen. Neben dem Europabüro des Bezirks Schwaben und dem Hilfswerk Schwaben-Bukowina ist das Bukowina-Institut einer der drei Pfeiler, auf denen die Partnerschaftsarbeit des Bezirks Schwaben mit der rumänischen und der ukrainischen Bukowina fußt.